Fehlende Hydranten ergänzen – so kommen sie in die Einsatzkarte

In der Einsatzkarte von FireMind Einsatz fehlt ein Hydrant, den es vor Ort ganz sicher gibt? Das lässt sich beheben – und zwar nicht nur für die eigene App, sondern für alle. Die Hydranten, Löschwasserentnahmestellen, Feuerwachen und Defibrillatoren in FireMind stammen aus OpenStreetMap, der freien Weltkarte. Wer dort einen Hydranten einträgt, sieht ihn nach dem nächsten Datenimport in FireMind – und nach und nach auch in OpenFireMap, OsmAnd und anderen Karten, die auf denselben Daten aufbauen, sobald diese ihren Datenstand aktualisiert haben. Dieser Artikel zeigt, wie das geht.

Roter Überflurhydrant mit Hydrantenschild an einer Hauswand
Überflurhydrant mit Hydrantenschild: Nennweite der Leitung und Referenznummer stehen auf dem Schild – genau die Angaben, die auch in OpenStreetMap gepflegt werden. Foto: Yelena Wegel / Pexels

Woher die Hydranten in FireMind kommen

FireMind fragt für die Einsatzkarte keine eigene Hydranten-Datenbank ab, sondern nutzt die Daten von OpenStreetMap (OSM). Dort haben Freiwillige – darunter viele Feuerwehrangehörige – im deutschsprachigen Raum eine große Zahl an Hydranten erfasst, dazu Saugstellen, Löschwasserbehälter und -teiche. Der FireMind-Server übernimmt diese Daten für Deutschland, Österreich und die Schweiz in der Regel einmal wöchentlich aus den OSM-Länderauszügen auf einen eigenen Server in Deutschland; die App fragt die Punkte dann aus dieser lokalen Kopie ab. Das macht die Karte schnell und unabhängig von den Lastspitzen der öffentlichen OSM-Schnittstellen.

Die Kehrseite: FireMind zeigt genau das, was in OpenStreetMap steht. Ein Hydrant, den niemand eingetragen hat, fehlt – und ein falsch platzierter steht auch in FireMind an der falschen Stelle. Umgekehrt heißt das: Jede Verbesserung in OSM verbessert die Einsatzkarte für alle Wehren in der Umgebung.

Wichtig für die Praxis: Die Einsatzkarte ist eine Orientierungshilfe, kein Ersatz für die Hydrantenpläne des Wasserversorgers oder die eigene Löschwasserplanung. Die Vollständigkeit hängt vom Engagement der lokalen OSM-Community ab – und die kann jede Wehr selbst sein.

Was gebraucht wird: ein OSM-Konto und ein Editor

Für jede Änderung in OpenStreetMap braucht es ein kostenloses OSM-Benutzerkonto. Es empfiehlt sich ein persönliches Konto (nicht eines für die ganze Wehr), weil Änderungen namentlich nachvollziehbar bleiben und die Community bei Rückfragen einen Ansprechpartner hat. Zum Eintragen selbst gibt es mehrere Wege – von der Smartphone-App vor Ort bis zum Browser am Schreibtisch:

Schritt für Schritt: einen Hydranten eintragen

  1. Vor Ort nachsehen. Der Punkt gehört exakt dorthin, wo der Hydrant steht – beim Unterflurhydranten also auf die Straßenkappe, nicht auf das Hinweisschild. Das Schild steht oft meterweit entfernt und ist im Einsatz nur der Wegweiser.
  2. Punkt setzen. Im Editor an der Stelle einen neuen Punkt anlegen und als Hydrant kennzeichnen. Technisch ist das der Tag emergency=fire_hydrant – die genannten Apps setzen ihn automatisch.
  3. Bauart angeben. Überflurhydrant (fire_hydrant:type=pillar) oder Unterflurhydrant (fire_hydrant:type=underground). fire_hydrant:type=wall bezeichnet eine wandmontierte Wasserentnahmearmatur. Davon zu unterscheiden: Ein Wandhydrant mit Schlauch im Gebäude wird als emergency=fire_hose erfasst, eine Löschwassereinspeisung als emergency=fire_service_inlet – beides sind keine Hydranten im Sinne dieses Tags.
  4. Position beschreiben. Fahrbahn, Gehweg, Grünfläche oder Parkplatz (fire_hydrant:position) – hilft dem Maschinisten, den Hydranten bei Schnee oder parkenden Autos zu finden.
  5. Details vom Hydrantenschild. Nennweite der Leitung (fire_hydrant:diameter, ohne Einheit, z. B. 100), Referenznummer des Versorgers (ref) und bei Bedarf Betreiber (operator). Kupplungen lassen sich mit couplings und couplings:type beschreiben.
  6. Speichern. Kurzer Änderungskommentar wie „Hydranten Musterstraße ergänzt“, hochladen – erledigt. Der Hydrant ist damit in der OSM-Datenbank gespeichert und im Editor sofort nachprüfbar. Ob und wann ihn eine Karte als Symbol anzeigt, hängt von deren Darstellung und Aktualisierungsrhythmus ab: Die Standardkarte auf openstreetmap.org zeigt Hydranten gar nicht, und OsmAnd etwa aktualisiert seine regulären Karten monatlich (Live-Updates sind dort ein eigener Mechanismus).

Lieber unvollständig als falsch: Ohne Hydrantenschild die Nennweite weglassen. Die auf Überflurhydranten eingeprägten DN-Zahlen bezeichnen meist den Flansch, nicht die Versorgungsleitung – und die blauen Schilder an Absperrschiebern gehören nicht zwangsläufig zum Hydranten daneben.

Auch Löschwasserentnahmestellen gehören auf die Karte

FireMind zeigt in der Hydranten-Ebene nicht nur Hydranten, sondern auch Saugstellen (emergency=suction_point), Löschwasserbehälter (emergency=water_tank) und Löschwasserteiche (emergency=fire_water_pond). Gerade in ländlichen Ausrückebereichen sind diese Punkte oft die entscheidende Information – und häufig noch gar nicht erfasst. Wer sie einträgt, kann Fassungsvermögen und Wasserquelle (water_source) gleich mitgeben. Für das Volumen empfiehlt das OSM-Wiki heute water_tank:volume oder capacity, möglichst mit ausdrücklicher Einheit, z. B. water_tank:volume=100 m3; vom älteren water_volume wird inzwischen abgeraten.

Was beim Eintragen zu beachten ist

Wann erscheint der Hydrant in FireMind?

In der OSM-Datenbank ist die Änderung sofort gespeichert. FireMind importiert die Daten für Deutschland, Österreich und die Schweiz in der Regel einmal pro Woche; meist taucht ein neu eingetragener Hydrant also innerhalb von etwa einer Woche in der Einsatzkarte auf. Im Einzelfall kann es länger dauern – etwa wenn der Länderauszug, aus dem importiert wird, die Änderung noch nicht enthielt, ein Import fehlschlägt oder die App noch zwischengespeicherte Kartendaten anzeigt. Zur Zwischenkontrolle eignet sich OpenFireMap, die Feuerwehr-Karte der OSM-Community, die dieselben Daten zeigt, aber ebenfalls ihrem eigenen Aktualisierungsrhythmus folgt.

Fazit: Die Karte ist so gut wie die Wehr, die sie pflegt

Fehlende Hydranten sind in den allermeisten Fällen kein Fehler der App, sondern eine Lücke in der freien Weltkarte – und die lässt sich mit dem eigenen Smartphone in wenigen Minuten schließen. Taucht ein in OSM korrekt erfasster Hydrant auch nach dem nächsten Import nicht auf, kann es auch an Import, Filterung oder Darstellung liegen – dann freuen wir uns über eine kurze Rückmeldung. Wer seine Hydranten einträgt, profitiert selbst in der Einsatzkarte, hilft den Nachbarwehren bei der überörtlichen Hilfe und stärkt einen Datenbestand, auf den sich immer mehr Feuerwehr-Werkzeuge stützen. Eine Anleitung für die Kameradinnen und Kameraden, ein OSM-Konto und eine Runde durchs Ausrückegebiet – mehr braucht es nicht.

Weiterführende Informationen

Hydranten, Löschwasser, Feuerwachen und AEDs – in der Einsatzkarte

FireMind Einsatz zeigt die OpenStreetMap-Daten für Deutschland, Österreich und die Schweiz von einem eigenen Server in Deutschland – schnell, kostenlos und ohne Registrierung.

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