Fehlende Hydranten ergänzen – so kommen sie in die Einsatzkarte
In der Einsatzkarte von FireMind Einsatz fehlt ein Hydrant, den es vor Ort ganz sicher gibt? Das lässt sich beheben – und zwar nicht nur für die eigene App, sondern für alle. Die Hydranten, Löschwasserentnahmestellen, Feuerwachen und Defibrillatoren in FireMind stammen aus OpenStreetMap, der freien Weltkarte. Wer dort einen Hydranten einträgt, sieht ihn kurz darauf in FireMind – und ebenso in OpenFireMap, OsmAnd und jeder anderen Karte, die auf denselben Daten aufbaut. Dieser Artikel zeigt, wie das geht.
Woher die Hydranten in FireMind kommen
FireMind fragt für die Einsatzkarte keine eigene Hydranten-Datenbank ab, sondern nutzt die Daten von OpenStreetMap (OSM). Dort haben Freiwillige – sehr oft Feuerwehrangehörige – im deutschsprachigen Raum mehrere hunderttausend Hydranten erfasst, dazu Saugstellen, Löschwasserbehälter und -teiche. Der FireMind-Server importiert diese Daten für Deutschland, Österreich und die Schweiz einmal wöchentlich auf einen eigenen Server in Deutschland; die App fragt die Punkte dann aus dieser lokalen Kopie ab. Das macht die Karte schnell und unabhängig von den Lastspitzen der öffentlichen OSM-Schnittstellen.
Die Kehrseite: FireMind zeigt genau das, was in OpenStreetMap steht. Ein Hydrant, den niemand eingetragen hat, fehlt – und ein falsch platzierter steht auch in FireMind an der falschen Stelle. Umgekehrt heißt das: Jede Verbesserung in OSM verbessert die Einsatzkarte für alle Wehren in der Umgebung.
Wichtig für die Praxis: Die Einsatzkarte ist eine Orientierungshilfe, kein Ersatz für die Hydrantenpläne des Wasserversorgers oder die eigene Löschwasserplanung. Die Vollständigkeit hängt vom Engagement der lokalen OSM-Community ab – und die kann jede Wehr selbst sein.
Was gebraucht wird: ein OSM-Konto und ein Editor
Für jede Änderung in OpenStreetMap braucht es ein kostenloses OSM-Benutzerkonto. Es empfiehlt sich ein persönliches Konto (nicht eines für die ganze Wehr), weil Änderungen namentlich nachvollziehbar bleiben und die Community bei Rückfragen einen Ansprechpartner hat. Zum Eintragen selbst gibt es mehrere Wege – von der Smartphone-App vor Ort bis zum Browser am Schreibtisch:
- StreetComplete (Android): Die niedrigschwelligste Variante. Über das Overlay „Dinge“ lässt sich ein Hydrant direkt an der eigenen Position setzen; die App fragt anschließend automatisch die wichtigen Details ab (Bauart, Standort, Durchmesser). Ideal für die Erkundungsrunde durchs Ausrückegebiet.
- Every Door (iOS und Android): Schnelle POI-Erfassung unterwegs mit fertigem Hydranten-Preset – ein paar Tipps, fertig.
- MapComplete „Hail Hydrant“ (Browser, auch mobil): Ein speziell auf Feuerwehr-Infrastruktur zugeschnittenes Thema: Hydranten, Feuerwachen und Feuerlöscher lassen sich per Klick auf die Karte anlegen und mit geführten Fragen beschreiben.
- iD-Editor (Browser): Direkt auf openstreetmap.org über „Bearbeiten“. Bietet Vorlagen für Über- und Unterflurhydranten und eignet sich gut, um mehrere Hydranten anhand des Hydrantenplans am Schreibtisch nachzutragen. Wer viel erfasst, greift zu JOSM.
- Vespucci (Android) und Go Map!! (iOS): Vollwertige mobile Editoren für alle, die auch Details wie Betreiber oder Kupplungen pflegen wollen.
Schritt für Schritt: einen Hydranten eintragen
- Vor Ort nachsehen. Der Punkt gehört exakt dorthin, wo der Hydrant steht – beim Unterflurhydranten also auf die Straßenkappe, nicht auf das Hinweisschild. Das Schild steht oft meterweit entfernt und ist im Einsatz nur der Wegweiser.
- Punkt setzen. Im Editor an der Stelle einen neuen Punkt anlegen und als Hydrant kennzeichnen. Technisch ist das der Tag
emergency=fire_hydrant– die genannten Apps setzen ihn automatisch. - Bauart angeben. Überflurhydrant (
fire_hydrant:type=pillar) oder Unterflurhydrant (fire_hydrant:type=underground). Wandhydranten (wall) sind für die Außenversorgung meist nicht relevant. - Position beschreiben. Fahrbahn, Gehweg, Grünfläche oder Parkplatz (
fire_hydrant:position) – hilft dem Maschinisten, den Hydranten bei Schnee oder parkenden Autos zu finden. - Details vom Hydrantenschild. Nennweite der Leitung (
fire_hydrant:diameter, ohne Einheit, z. B.100), Referenznummer des Versorgers (ref) und bei Bedarf Betreiber (operator). Kupplungen lassen sich mitcouplingsundcouplings:typebeschreiben. - Speichern. Kurzer Änderungskommentar wie „Hydranten Musterstraße ergänzt“, hochladen – erledigt. Die Änderung ist sofort auf openstreetmap.org sichtbar.
Lieber unvollständig als falsch: Ohne Hydrantenschild die Nennweite weglassen. Die auf Überflurhydranten eingeprägten DN-Zahlen bezeichnen meist den Flansch, nicht die Versorgungsleitung – und die blauen Schilder an Absperrschiebern gehören nicht zwangsläufig zum Hydranten daneben.
Auch Löschwasserentnahmestellen gehören auf die Karte
FireMind zeigt in der Hydranten-Ebene nicht nur Hydranten, sondern auch Saugstellen (emergency=suction_point), Löschwasserbehälter (emergency=water_tank) und Löschwasserteiche (emergency=fire_water_pond). Gerade in ländlichen Ausrückebereichen sind diese Punkte oft die entscheidende Information – und häufig noch gar nicht erfasst. Wer sie einträgt, kann Fassungsvermögen (water_volume) und Wasserquelle (water_source) gleich mitgeben.
Was beim Eintragen zu beachten ist
- Nur selbst Beobachtetes eintragen. OpenStreetMap lebt von Daten, die vor Ort überprüft wurden. Hydrantenpläne des Wasserversorgers oder Daten aus anderen Karten dürfen nicht einfach übernommen werden – sie stehen unter fremdem Urheberrecht. Erlaubt ist, was mit eigenen Augen gesehen und mit dem eigenen GPS verortet wurde. Für einen Datenimport mit Freigabe des Versorgers gibt es in der OSM-Community einen eigenen Abstimmungsprozess.
- Vorhandene Hydranten prüfen, nicht doppelt anlegen. Liegt ein Hydrant ein paar Meter daneben, wird der bestehende Punkt verschoben statt ein zweiter erzeugt. Abgebaute Hydranten werden gelöscht.
- Keine Betriebsgeheimnisse. Alles, was in OSM steht, ist öffentlich. Standort und Bauart eines Hydranten sind unkritisch – interne Bemerkungen oder Kontaktdaten gehören nicht hinein.
- Als Wehr gemeinsam erfassen. Eine Übung mit StreetComplete quer durchs Ausrückegebiet bringt in einem Abend mehr, als ein Einzelner in Monaten schafft – und die Ortskenntnis der Maschinisten ist dabei Gold wert.
Wann erscheint der Hydrant in FireMind?
Auf openstreetmap.org ist die Änderung sofort zu sehen. FireMind importiert die Daten für Deutschland, Österreich und die Schweiz einmal pro Woche; spätestens nach etwa einer Woche taucht ein neu eingetragener Hydrant also in der Einsatzkarte auf. Zur Zwischenkontrolle eignet sich OpenFireMap, die Feuerwehr-Karte der OSM-Community, die dieselben Daten zeigt.
Fazit: Die Karte ist so gut wie die Wehr, die sie pflegt
Fehlende Hydranten sind kein Fehler der App, sondern eine Lücke in der freien Weltkarte – und die lässt sich mit dem eigenen Smartphone in wenigen Minuten schließen. Wer seine Hydranten einträgt, profitiert selbst in der Einsatzkarte, hilft den Nachbarwehren bei der überörtlichen Hilfe und stärkt einen Datenbestand, auf den sich immer mehr Feuerwehr-Werkzeuge stützen. Eine Anleitung für die Kameradinnen und Kameraden, ein OSM-Konto und eine Runde durchs Ausrückegebiet – mehr braucht es nicht.
Weiterführende Informationen
- OSM-Wiki: Hydranten (emergency=fire_hydrant) – vollständige Beschreibung aller Tags
- OSM-Wiki: OpenFireMap – die Feuerwehr-Karte der OSM-Community
- OpenStreetMap Deutschland: Beitragen mit dem Smartphone – Überblick über die mobilen Editoren
- OSM-Community-Forum (Deutschland) – Rückfragen an erfahrene Mapper
Hydranten, Löschwasser, Feuerwachen und AEDs – in der Einsatzkarte
FireMind Einsatz zeigt die OpenStreetMap-Daten für Deutschland, Österreich und die Schweiz von einem eigenen Server in Deutschland – schnell, kostenlos und ohne Registrierung.
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